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Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen

Pêsc. So heißt Frieden auf Ladinisch. Frieden meint etwas sehr Altes und Elementares, denn Frieden brauchen wir wie die Luft zum Atmen. Frieden mit den Gästen, mit den Kollegen und Kolleginnen, mit dem Land, das wir nutzen und oft auch ausnutzen. In diesem Sommer hat Casa Costa den Frieden zu ihrem inneren Kompass erklärt. Frieden nicht nur im Sinne von der Freiheit von Konflikten, sondern als etwas Feineres, Anspruchsvolleres: eine Einladung zur Entschleunigung, zur Gastfreundschaft, zum gegenseitigen Vertrauen.

Der Juni ist da – und das Jahr damit schon fast zur Hälfte vorbei. Einige Projekte laufen ins zweite Halbjahr weiter, andere, neue Projekte wollen wir aktivieren, um in den nächsten sechs Monaten noch besser zu werden. Im Juni öffnen wir unsere Hotels in den Bergen für die Sommersaison. Und nichts möchten wir lieber, als eine Sommersaison zu gestalten, in der alles dem pêsc gewidmet ist. Dem Frieden.

Frieden brauchen wir so nötig wie die Luft zum Atmen. Frieden unter uns, Frieden mit unseren Gästen, die nach arbeitsreichen Monaten verdiente Erholung suchen. Frieden mit dem brother, in dem wir nur den Fremden sehen, der aber doch ein Mensch ist, ein Mensch wie wir. Frieden auch mit einem Land, einem Territorium, das wir nutzen und oft auch ausnutzen.

Wir als Hoteliersfamilie möchten Sie herzlich willkommen heißen, und glauben daran auch fest. Wir haben unsere Zimmer für Sie wunderbar eingerichtet, aber grundsätzlich gibt es sicher noch etwas zu verbessern. Wir haben ein schönes Spa für Sie, auch wenn es mit vielen anderen Spas sicherlich nicht mithalten kann. Unser Infinitypool liegt nicht auf der Dachterrasse, sondern ist einfach nur ein Thermalschwimmbecken in einem parkähnlichen Garten mit Blick auf die toskanische Rocca d’Orcia. Bei uns finden Sie Ruhe, aber die wird manchmal auch gestört. Sie bekommen gutes Essen, mit ein paar Ausrutschern ab und an und mit gewissen Ansprüchen an die Gourmetküche, was wiederum das Konzept der Einfachheit beeinträchtigt. Kurz und gut: Wenn wir hier von unseren Zimmern, unserem Essen und unseren Spas sprechen, dann gibt es in diesen Kategorien vermutliche noch bessere Häuser in Südtirol, in der Toskana und im Rest der Welt. Doch wenn wir über diese klassischen Standards hinausgehen, können wir mit Nachdruck eines behaupten: Bei uns finden Sie Frieden.

Sie finden den Frieden, wenn Sie die Stille eines frühen Morgens genießen und sich in Harmonie mit der Welt befinden. Mit einer reinen, klaren Welt, die sich selbst während eines sommerlichen Wolkenbruchs ihre ureigene Stille bewahrt, oder wenn sich ein Stück Fels von einer Dolomitenwand löst und dumpf talwärts poltert. Ja, es ist eine friedliche Welt – auch wenn jedes Motorrad, das auf der Passstraße in Richtung Gröden röhrt, und jeder Kampfjet, der über das Val Orcia donnert, diese friedliche Welt, die wir als die unsere betrachteten, bedroht.

Wir wünschen uns den Frieden, der darin liegt, einen weiteren Gast wie Sie bei uns zu begrüßen. Jemanden, den Sie kennen und der jedes Jahr wiederkommt. Wir wünschen uns den Frieden, der in einem Abendessen liegt, bei dem viel gelacht wird. Der in einem guten Glas Brunello liegt oder in einem Teller Knödel, die mit aufrichtiger Freundlichkeit serviert werden. Wir wünschen uns den Frieden, der das verlorengegangene Zeitgefühl wiederfinden lässt. Tage ohne Stress und Rennerei. Denn das Schöne an den Ferien ist ja nicht, dass man sie mit Terminen und Aktivitäten vollstopft, als wären sie nur eine andere Form von Arbeit. Sondern dass man seinen natürlichen Rhythmus wiederentdeckt. Oder den Frieden, sich bei uns nicht „wie zuhause“ zu fühlen, denn Ihr Zuhause, das kennen Sie ja bereits. Wir dagegen möchten Ihnen neue Anregungen schenken, einen neuen Blick auf die Dinge, eine wiedergefundene alte neue und friedvolle Menschlichkeit.

Das Gefühl von Frieden, wenn man eine Lärche umarmt. Wenn man gute Musik hört, ein gutes Buch liest. Frieden sehen wir, hören wir, spüren und berühren wir – und dann? Geht er uns wieder verloren. Frieden ist nicht einfach nur das Fehlen von Konflikten. Er ist etwas Feineres, Anspruchsvolleres, Flüchtiges. Pace, Pax. Ein uraltes Wort – und kaum ein anderes Wort ist so stark mit Bedeutung erfüllt.

Denken wir an die griechische Mythologie, an Homers Ilias. An den Moment, in dem die Göttin Pallas Athene sich in dem Moment an Achilles wendet, als dieser Agammemnon zu erdolchen bedroht, welcher ihm seine Lieblingssklavin Briseis weggenommen hat. Sie fordert ihn auf:

„Deinen Zorn zu stillen, gehorchtest du, kam ich vom Himmel. Aber wohlan, lass‘ fahren den Streit und zücke das Schwert nicht.“ Athene bremst Achilles mit der Moral. Sie formuliert kein Verbot, sondern rät ihm, die Grenzen zu beachten. Es ist kein Befehl, sondern eine Einladung zum Nachdenken. Athene vertraut Achilles. Sie glaubt nicht an ein Verhaltensmodell, sondern an den Wert des Zusammenlebens. So, wie es auch unser italienischer Staatspräsident Sergio Mattarella formuliert hat: „Wir müssen Werte des Zusammenlebens vermitteln, keine Verhaltensmodelle.“

 

Wenn wir Frieden wollen, müssen wir Vertrauen schenken, die Arme öffnen, den Stolz beiseitelassen. Das stolze Denken beiseitelassen, mit dem wir die menschliche Art stets ins Zentrum des Planeten rücken. Mit Stolz lässt sich kein Frieden erreichen. Wir sehen es ja an Achilles: Mit seinem Stolz, seinem Machtmissbrauch und seiner zerstörerischen Kraft hat er seinem Volk großen Schaden zugefügt. Die falschen Entscheidungen eines einzigen Menschen können das Schicksal ganzer Völker betreffen. Und das ist, wie wir in unserer heutigen Wirklichkeit nur zu deutlich erkennen, leider nicht auf griechische Heldensagen beschränkt.

 

Nein, wir wollen keine tragischen Helden werden. Was wir uns wünschen, sind Gäste und Mitarbeitende, die ihren Seelenfrieden finden und sich herzlich aufgenommen fühlen. Aufgenommen von uns, aufgenommen von einer außerordentlichen Natur. Aufnehmen und aufgenommen werden haben mehr miteinander zu tun, als man glauben möchte. Im Lateinischen gab es nur ein einziges Wort dafür – hospes, was wohl Gast als auch Gastgeber bedeutete

 

Was wir uns wünschen, ist ein Sommer des Friedens und des frohen Arbeitens. „Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ – ist das nicht ein schöner Satz? Eine solche Welt brauchen wir. Eine Welt, die unerschütterlich nach dem Frieden sucht.

Denn was wollen wir letztlich alle? Pax, Pêsc, Pace. Frieden.

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