Einmal im Monat geschieht in der Küche etwas Einfaches: Was übrig bleibt, landet nicht im Müll. Es wird zur Lehrstunde, wird zu Essen für jene, die es brauchen, wird zu einer Entscheidung, die immer wieder getroffen wird - dieselbe, jedes Mal - darüber, was Gastfreundschaft bedeutet, wenn man sie ernst nimmt. Es gibt einen Moment am Ende jedes Services, in dem sich zeigt, wer eine Küche wirklich ist. Auf dem Tisch bleiben Abschnitte, Überschüsse, Zutaten, die nicht auf dem Teller gelandet sind, aber noch genauso viel wert sind wie eine Stunde zuvor. Genau dort zeigt sich, ob Gastfreundschaft nur Fassade ist oder ob sie Rückgrat hat. Im La Perla weitet sich dieser Moment einmal im Monat aus und wird geteilt. Die Köche von Casa Costa 1956, das Team der Casa Costa Foundation ETS, Mitarbeitende und alle, die sich eine Schürze umbinden möchten, versammeln sich um dieselben Überschüsse - gesammelt aus den Küchen des Tals, Zutaten, die sonst niemand mehr beachtet hätte. Und sie verarbeiten sie gemeinsam: Techniken, Rezepte, das Handwerk, erklärt mit den Händen, während es geschieht. Es ist keine Vorführung. Es wird echt gekocht, um verschenkt zu werden: Alles, was an diesem Tag entsteht, geht an Einrichtungen vor Ort, die täglich mit Menschen in schwierigen Lebenslagen arbeiten. Retten, kochen, lernen, schenken. Ein Kreislauf, der sich schließt, ohne etwas auszulassen. Dahinter steht eine Idee, die Casa Costa 1956 schon lange begleitet: Gastfreundschaft, die funktioniert, nimmt einem Ort nichts weg, sondern gibt zurück. Sie verbraucht nicht, sie regeneriert. Essen ist nicht nur das Erlebnis, das wir unseren Gästen bieten - es ist eine Verantwortung, die weiterbesteht, auch nachdem der letzte Teller die Küche verlassen hat. Lebensmittelverschwendung ist für eine professionelle Küche kein technisches Detail, das man optimiert. Es ist ein Widerspruch, den sich eine Küche wie unsere nicht leisten kann zu ignorieren. Die Casa Costa Foundation ETS ist es, die dafür sorgt, dass dies mit Kontinuität geschieht - ein fester Termin, keine Einzelaktion - und die das Essen dorthin bringt, wo es wirklich gebraucht wird. Doch die Geste selbst entsteht in der Küche, bei denen, die das Essen jeden Tag in der Hand haben und verwandeln. Es ist keine Freiwilligenarbeit, die zusätzlich zur Arbeit kommt. Es ist die Arbeit, konsequent zu Ende gedacht. Ein monatlicher Termin, offen für alle, die täglich in der Küche arbeiten, und für alle, die entdecken möchten, was es wirklich bedeutet, nichts zu verschwenden. PROJEKT ENTDECKEN